Tiere sprechen.  
Du musst nur zuhören.

Zeit zum Trauern

Die Trauerphase

Wenn Dein Tier verstorben ist, ist es wichtig für Dich zu verstehen, dass ihr beide nun unterschiedliche Aufgaben habt:

Dein Tier ist in seine geistige Form zurückgewechselt und tritt nun den Weg in seine Seelenheimat an. Dorthin, wo alle Verstorbenen hingehen. Nenne es Hunde-/Katzen-oder Pferdehimmel, Regenbogenland, einfach den Begriff der sich für Dich gut anfühlt.

Dort geht es ihm gut. Egal, was es vorher erlebt hat. In der Seelenform empfinden die meisten Tiere Frieden, Liebe, ein Loslassen und Sein. Alles bekommt einen anderen Sinn. Wenn sie in der Seelenebene angekommen sind, sind die meisten Tiere mit sich fein und sehen die Dinge aus einer übergeordneten Sicht.

Du selbst darfst für Dich verstehen, dass Du gerade einen Verlust erlitten hast. Du bist vielleicht noch im Schockzustand, fühlst Dich wie betäubt, oder begreifst erst langsam was geschehen ist. Dein Tier lebt nun nicht mehr. Wenn ihr eine sehr enge oder tiefe Verbindung hattet, spürst Du i.d.R. einen tiefen Schmerz und Traurigkeit.

Dein Körper kann sich schwer anfühlen, als wenn die Trauer in jeder Muskelzelle sitzt, Bewegungen oder alltägliche Arbeiten fallen schwerer als sonst. Wenn es das erste Tier ist welches Du bis hierhin begleitet hast, kann die Tiefe dieser Gefühle zunächst überwältigend sein, und Du hast vielleicht das Gefühl, Dein Leben sei vorbei oder dass es nicht weitergeht. Es kann auch sein dass Du wütend bist auf andere Menschen, die ihr Tier noch haben.

Wisse daher drei Dinge für diese Zeit:

  1. Deine Gefühle sind normal und Teil des nun für Dich anstehenden inneren Prozesses
  2. Trauer ist ein vorübergehender Zustand- Du kommst dort wieder heraus.
  3. Ihr beide seid noch immer verbunden- Eure Verbindung reißt nicht ab, sie wechselt nur die Ebene und das Tier unterstützt Dich weiterhin.

Dein Tier konzentriert sich nun erstmal auf das Ankommen in der anderen Ebene. Deine Aufgabe ist es nun, den Verlust Deines Tieres zu verarbeiten damit ihr beide euren Weg gestärkt weitergehen könnt.

 

Der Verarbeitungsprozess

Trauer ist individuell, jeder empfindet sie anders aufgrund seiner individuellen Geschichte und Prägungen (also wie man gelernt hat, mit Trauer umzugehen).
Zudem kommt die empfundene Trauer immer auf die Art der Beziehung an, die Du mit dem Verstorbenen hattest. Der Verlust nahestehender Wesen, egal ob Mensch oder Tier, trifft jeden hart und geht besonders tief. War die Beziehung dagegen nicht so nahe stehend, bist Du möglicherweise schneller mit dem Verarbeiten des Verlustes und dem Trauern durch.

Du hast Dein Tier verloren, gestern war noch alles in Ordnung, heute empfindest Du tiefen Schmerz und Traurigkeit über den Verlust des Freundes oder Begleiters.

Vielleicht ist auch alles neu, gewohnte Abläufe wie der Hundespaziergang, das morgendliche Füttern der Katze, oder das Fahren zum Stall fallen plötzlich weg. Vielleicht empfindest Du die Wohnung ohne Tier als leer, fühlst Dich allein, nicht mehr verstanden, verlassen oder einsam. Oder der verbliebene Kumpel des Tieres, Partner oder Kinder trauern ebenfalls und das nimmt Dich zusätzlich mit.

Wenn Du das erste Mal um ein Tier trauerst fragst Du Dich vielleicht, wie lange dieser Zustand nun anhalten wird?

Die ersten drei Tage sind in der Regel die schmerzhaftesten. Du bist noch im Schock, alles steht still, und die Gefühle sind noch nicht ganz zu Dir durchgedrungen.

Sobald die aktive Verarbeitung beginnt, wird es leichter. Etwa 2 Wochen nach dem Tod des Tieres beginnst Du, wieder mehr in Frieden zu kommen.

Ca. 3 Monate (etwa 90-100 Tage) dauert es, bis der Trauerprozess vollständig abgeschlossen ist und eine Art Neuorientierung beginnt.

Jedoch sind dies nur zeitliche Richtwerte, an denen Du Dich für Deinen persönlichen Prozess orientieren kannst. Wie schon gesagt trauert jeder individuell anders und Dein Prozess kann schneller oder langsamer ablaufen.

Ein wichtiger Schritt zur Verarbeitung ist die Bestattung des Tieres. Die meisten Tiere haben hier keine speziellen Wünsche (zb. ob Erd- oder Feuerbestattung), freuen sich aber wenn ihr Körper wertgeschätzt wird und auch deswegen ist eine Bestattung einfach schön. Die Bestattung bildet den ersten Schritt um einen Abschluss zu finden und gibt Dir den Raum, um Dich bewusst von Deinem Tier zu verabschieden.

Bei einer Kremierung des Tieres kann es hilfreich sein, den Körper bewusst zu verabschieden und eine Kerze anzuzünden, bis die Urne wieder zu Dir zurückkommt. Viele Tierhalter lassen diese dann als Erinnerung- vorübergehend oder dauerhaft- bei sich zuhause stehen. Du wirst spüren was hier für Dich richtig ist. Einige verstreuen die Asche auch später an einem geliebten Ort des Tieres oder wählen einen Tierfriedhof, weil sie für sich einen Ort zum Trauern brauchen.

 

Nach der Bestattung helfen Dir die folgenden Tipps um nun mit Deinen Gefühlen positiv umzugehen:

Stärkende Tipps für den Umgang mit Trauer

  • Lasse die Trauer zu und erlaube Dir, alles zu fühlen und auszudrücken, was da ist. Weine, wann Dir danach ist. Schreie, sei wütend, sei verletzt, lasse den Schmerz zu, fühle die Leere oder die Einsamkeit. Lasse alles zu, solange, bis Du fühlst dass es gut ist.
  • Gestalte ein Erinnerungsstück an Dein Tier, z.B. kannst Du ein Bild malen (gut geeignet für das gemeinsame Verarbeiten mit Kindern), Du kannst einen Brief an das Tier schreiben in dem Du für alles dankst oder Deine Liebe zu ihm ausdrückst.
  • Lasse die Seele des Tieres bewusst los und hole Dir ggf. Hilfe, wenn sie nicht ins Licht finden kann. Dies ist wichtig, damit Du gut durch Deinen Prozess kommst und Dein Tier in der anderen Ebene ankommen kann. Hier können dann auch Seelenanteile zurückgegeben werden.
  • Bleibe nicht in der Trauer stecken: Wenn Du weinst und nicht mehr aufhören kannst, schaue ob Du Dich gerade in die Trauer hineinsteigerst. Verarbeitendes Weinen heißt, Du fühlst Dich traurig oder hast einen Schmerz, Du weinst und fühlst ihn oder sprichst mit jemandem über Dein Gefühl. Und dann gehst Du durch diese Schicht Schmerz hindurch und empfindest anschließend ein Gefühl der Erleichterung. Es kann sein, dass Du diesen Prozess einige Schichten lang durchlebst, solange bis Du fühlst dass der Schmerz nachlässt.
  • Wenn Du stark grübelst, mit der getroffenen Entscheidung haderst oder noch traumatische Bilder im Kopf hast, die Dich beschäftigen: Male diese inneren Bilder auf. Als Skizze, wie schön oder gut es aussieht ist egal, es ist einfach wichtig, dass sie aus Deinem Kopf kommen und den Weg nach draußen finden.
  • Bleibe wertfrei zu Dir selbst, Du hast alle Entscheidungen so gut getroffen wie Du es zu dem damaligen Zeitpunkt gemäß Deinem Entwicklungs- und Wissensstand tun konntest.
  • Sorge gut für Dich selbst, Du brauchst Kraft für diese Zeit. Tue das, was Dir persönlich guttut, z.B. einen Spaziergang machen, ein Gespräch mit einer guten Freundin über Deine Trauer, oder mit Menschen die ähnliches erlebt haben, meditiere, oder nimm Dir Zeit für Dich.
  • Meditiere darüber, was Dir helfen könnte, diesen Verlust zu verarbeiten. Und dann mache das, was Dir als Eingebung oder Idee dazu in den Sinn kommt.
  • Beziehe das Tier mit ein: Viele Tiere begleiten ihre Menschen noch eine Zeitlang, auch in der Trauerzeit. Du kannst auch Dein Tier bitten, Dir einen Tipp oder Rat zu geben, wie Du mit der Trauer umgehen kannst
  • Lasse die Trauer wieder los. Möglicherweise denkst Du, wenn Du Dein Tier sehr geliebt hast, dass das Trauern oder der Schmerz der einzige Weg ist um weiter mit ihm in Kontakt zu sein. Doch es gibt andere Wege, die Dich und Dein Tier stärken: Über ein gezieltes Tiergespräch ist auch weiterhin ein Kontakt möglich. Zudem bleibt Dein Tier in der anderen Ebene eine Art Begleiter für Dich, auch wenn es sich mit der Zeit zurückziehen und weniger präsent sein wird. Auch dies ist Teil des Verarbeitungsprozesses.

 

Aus der Trauer zurück ins Leben finden

Der Trauerprozess endet irgendwann damit, dass Du beginnst nach vorne zu schauen. Dich wieder dem Leben zuzuwenden. Dein Tier lebt nicht mehr, und Du hast getrauert und warst traurig, aber langsam lässt der Schmerz darüber nach und die liebevollen und positiven Erinnerungen an das Tier und die gemeinsame Zeit treten stärker in den Vordergrund.

Du spürst, dass Du den Verlust verarbeitet hast und dass etwas wieder heil oder zusammengewachsen in Dir ist. Du beginnst, Deinen Alltag neu zu ordnen. Dies heißt nicht, dass Du das Tier vergisst. Aber du spürst dass eure Liebe immer bleibt, und dass es für jeden von euch beiden weitergeht.

Dein Tier begleitet Dich nun auf einer anderen Ebene und wird dort zu einem Teil deines bisherigen Lebens. Diesen Platz wird es behalten. Auch wenn Du den Wunsch nach einem neuen Hausgenossen verspüren solltest.

 

Wenn die Trauer nicht aufhört

Wenn sich der Schmerz oder die Traurigkeit über den Verlust des Tieres auch nach einem halben oder ganzen Jahr sich noch ebenso stark anfühlen wie zu Beginn des Verlustes (z.B. als wäre es gestern erst geschehen), kannst Du darin steckenbleiben.

In diesem Fall kann es hilfreich sein, zu schauen ob sich in dieser Situation noch zusätzliche alte Gefühle aus vergangenen Lebenssituationen (z.B. in der Beziehung zur Familie, mit Mama oder Papa, vergangenen Partnern oder Freunden) verbergen.

Möglicherweise stecken in dir noch alte Gefühle, aus Deiner bisherigen Lebensgeschichte heraus, die die erlebte Trauer überlagern oder verstärken.

Alte Gefühle von:

  • nicht geliebt zu werden
  • nicht verstanden zu werden
  • alleingelassen zu sein
  • Trauer über den Tod an sich
  • verlassen zu werden

An dieser Stelle wird es nun individuell, weil jeder Mensch verschiedene Dinge in seinem Leben erlebt hat. Auch der Weg, mit Verlusten, dem Tod oder Gefühlen an sich umzugehen, kann unterschiedlich sein.

Hier kommst Du weiter indem Du Dir bewusst machst:

  • Welche Gefühle gehören zu der aktuellen Situation?
  • Welche Gefühle sind alt und gehören woanders hin?
  • Wo gehören diese Gefühle hin?

Diese alten Gefühle wollen erkannt und ausgedrückt werden. Wenn Du spürst, dass Du mit diesen Gefühlen alleine nicht zurechtkommst, hole Dir ein Coaching zu Hilfe.

In diesem Coaching kann mit Hilfe von außen eine Unterscheidung der alten Gefühle von den aktuellen erfolgen, es gibt Raum um diese wahrzunehmen und zu sortieren, sowie anschließend eine energetische Behandlung zur Harmonisierung dieser Gefühle.